Geschichte

Die Akademie für Ost-West-Begegnungen e.V. ist aus einer langjährigen deutsch-deutschen Begegnungs- und Bildungsarbeit entstanden. Ihre Wurzeln liegen in den 1980er Jahren: in Kontakten zwischen einem kirchlichen Gesprächskreis aus Nordhausen in der DDR und Mitgliedern der autonomen evangelischen Student*innengemeinde Marburg in der BRD.

Von Beginn an ging es nicht um oberflächliche Begegnungen oder um den schnellen Vergleich von Konsum, Reisefreiheit und politischen Systemen. Im Mittelpunkt stand vielmehr der Versuch, Menschen aus Ost und West miteinander ins Gespräch zu bringen — gleichberechtigt, kritisch, neugierig und entlang gemeinsamer gesellschaftlicher, historischer und politischer Fragestellungen.

Die Idee: Neugier auf die andere Gesellschaft

Mitte der 1980er Jahre war das Bild der DDR in Westdeutschland häufig von Stereotypen geprägt. Auch Reinhart Brüning, einer der westdeutschen Mitinitiatoren des späteren Bildungsprojekts, beschreibt sein damaliges Verhältnis zur DDR eher als ein „Nichtverhältnis“: keine Ostverwandtschaft, kaum private Kontakte und ein Bild, das stark von offiziellen Darstellungen und den Denkfiguren des Kalten Krieges geprägt war.

Gerade diese Vielzahl an Stereotypen machte ihn misstrauisch. Er wollte wissen, wer die Menschen waren, die zwar dieselbe Sprache sprachen, aber in einem politischen System lebten, das im Westen oft vor allem als feindlich wahrgenommen wurde. Ihn interessierten der Alltag in der DDR, die Zukunftsvorstellungen der Menschen, die Reichweite staatlicher Einflussnahme, aber auch mögliche Freiräume und Rückzugsorte. Ebenso stellte sich die Frage, ob es jenseits des westdeutschen DDR-Bildes nicht auch Erfahrungen oder gesellschaftliche Bereiche gab, von denen die BRD lernen konnte.

Da Brüning im Bereich der evangelischen Kirche aktiv war, lag sein Interesse an der „Kirche im Sozialismus“ nahe. Über Vor- und Nachbereitungsseminare des Evangelischen Jugenddienstes für Ost-West-Begegnungen absolvierte er ein Gemeindepraktikum in Nordhausen. Dort bestanden bereits erste Kontakte durch einen früheren Besuch mit einem evangelischen Posaunenchor.

Auch auf östlicher Seite gab es eine starke Neugier auf die Menschen aus dem Westen. Elke Kramer, eine der Mitbegründerinnen, beschrieb später, dass sie vor allem interessierte, eine ganze Gruppe aus der BRD in ihrer Vielfalt zu erleben, gemeinsam an einem Thema zu arbeiten und über längere Zeit miteinander im Austausch zu bleiben. Bei vielen üblichen Begegnungen mit Menschen aus der BRD seien Gespräche über die beiden deutschen Staaten oft schnell bei Reisefreiheit und Konsumangeboten stehen geblieben. Dadurch gerieten Menschen aus der DDR leicht in eine bemitleidete Position. Das geplante Seminarprojekt versprach dagegen einen anderen Rahmen: einen gleichberechtigten Austausch, einen differenzierteren Blick auf die BRD und ein realitätsnäheres Bild des Westens durch die Begegnung mit einer Gruppe statt nur mit Einzelpersonen.

Der Anfang: Ein Bildungsprojekt entsteht

Ein entscheidender Impuls entstand aus Gesprächen zwischen Reinhart Brüning und dem Nordhäuser Pfarrer Peter Kube. Kube stand der DDR kritisch gegenüber, sah aber auch die BRD keineswegs einfach als positives Gegenbild. Er interessierte sich für Visionen eines „dritten Weges“ und für die Frage, wie eine zukünftige Gesellschaft aus eigenen Erfahrungen und Traditionen heraus demokratischer gestaltet werden könnte.

Gerade dieser Raum — Kritik an der DDR, aber auch Kritik an der BRD — wurde für das spätere Projekt wichtig. Er eröffnete die Möglichkeit, nicht nur über politische Systeme zu urteilen, sondern voneinander zu lernen. Aus dieser Haltung heraus entstand die Idee, den deutsch-deutschen Dialog in einem größeren Kreis fortzusetzen.

Dabei sollte bewusst ein konkretes Thema im Mittelpunkt stehen. Es sollte nicht bei allgemeinen Ost-West-Gesprächen bleiben, sondern um eine Fragestellung gehen, zu der Menschen aus beiden Gesellschaften ihre jeweiligen Erfahrungen und Perspektiven einbringen konnten. Peter Kube schlug vor, sich anlässlich des 500. Geburtstages von Thomas Müntzer mit dieser historischen Figur zu beschäftigen, die in Ost und West sehr unterschiedlich gedeutet wurde.

Die Vorbereitung des ersten Seminars

Auf DDR-Seite wurde das erste Seminar von einem kirchlichen Nordhäuser Arbeitskreis getragen, dem sogenannten Mittwoch-Abend-Gesprächskreis. Auf westlicher Seite stellte Reinhart Brüning die Idee in der autonomen evangelischen Student*innengemeinde Marburg vor und stieß dort auf großes Interesse.

Zur Vorbereitung wurde eine Textsammlung erstellt, die allen Teilnehmenden als gemeinsame Diskussionsgrundlage dienen sollte. Texte aus der östlichen Müntzer-Rezeption wurden nach Marburg geschickt, wo die Endredaktion und Vervielfältigung des Readers stattfanden. In Nordhausen wäre dies technisch und organisatorisch deutlich schwieriger gewesen.

Die politischen Bedingungen der Zeit prägten die Vorbereitung deutlich. Die Gastgeber*innen in Nordhausen mussten für ihre westdeutschen Gäste Einreisegenehmigungen beantragen. Offiziell handelte es sich um private Individualbesuche; der Gruppencharakter und das Seminarvorhaben mussten gegenüber den DDR-Behörden verborgen bleiben. Zwei Interessierten aus Marburg wurde die Einreisegenehmigung ohne erkennbare Begründung verweigert. Die übrigen Teilnehmenden konnten einreisen, obwohl die große Zahl gleichzeitig ankommender Gäste aus Marburg auffallen musste.

Auch die mitgeführten Textsammlungen führten zu Problemen: Einige Reader wurden bei der Einreise nach einem langen Verhör durch die Grenzpolizei beschlagnahmt. Schon in dieser Vorbereitungsphase wurde deutlich, dass das geplante Seminar nicht nur organisatorisch, sondern auch politisch ein ungewöhnliches und sensibles Vorhaben war.

Die ersten Ost-West-Seminare

Das erste Ost-West-Seminar fand vom 13. bis 15. Mai 1988 in Nordhausen statt. Thema war Thomas Müntzer: Revolutionär oder pietistischer Theologe?

Die Figur Müntzer eignete sich besonders gut für einen deutsch-deutschen Dialog, weil sie in der DDR und der BRD unterschiedlich interpretiert wurde. Während westdeutsche Veröffentlichungen stärker den theologischen Aspekt betonten, rückte die DDR-Rezeption vor allem Müntzer als Revolutionär in den Vordergrund. Im Seminar zeigte sich schnell, dass einfache Zuschreibungen der historischen Person nicht gerecht werden.

Neben Referaten zur Person Müntzers und zu seiner Zeit arbeiteten die Teilnehmenden in Gruppen. Eine Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit dem „Prager Manifest“, eine andere verglich den Gewaltbegriff bei Müntzer mit lateinamerikanischer Befreiungstheologie. Eine weitere Gruppe fragte nach den sozialen Gruppen, die Müntzers Predigten hörten, und nach der Bedeutung von Unterdrückung, Ausbeutung und der Hoffnung auf eine gerechte Ordnung.

Das Seminar war von einer besonderen Spannung geprägt: Auf der einen Seite standen Fremdheit, unterschiedliche politische Erfahrungen, andere Sprachgewohnheiten und verschiedene gesellschaftliche Prägungen. Auf der anderen Seite entstand gerade durch das gemeinsame Arbeiten an einem Thema ein starkes Gefühl von Nähe. Die Teilnehmenden erlebten einander als wach, interessiert, kritisch und in vielem erstaunlich ähnlich.

Am Ende war klar: Das Projekt sollte weitergehen.

Das nächste Seminar widmete sich, angeregt durch Victor Klemperers Werk „LTI“, der Sprache im Nationalsozialismus und ihren möglichen Traditionslinien in beiden deutschen Staaten. Analysiert wurden historische Texte aus der NS-Zeit, aber auch aktuelle Zeitungsartikel. Die Teilnehmenden untersuchten, wie sich Sprache verändert, wie sich ideologische Muster sprachlich einschleifen können und wie solche Mechanismen bis in den eigenen Sprachgebrauch hineinwirken.

Auch hier wurde deutlich, wie fruchtbar die Ost-West-Perspektive war: Unterschiedliche politische Sozialisationen, verschiedene Formen des Antifaschismus und unterschiedliche Medienlandschaften führten zu intensiven Diskussionen. Gleichzeitig wuchs das Vertrauen innerhalb der Gruppe. Weil die Zeit für die Arbeit an den Themen als zu knapp empfunden wurde, beschlossen die Teilnehmenden, zukünftige Seminare um einen Werktag zu verlängern — ein deutliches Zeichen dafür, wie wichtig das Begegnungsprojekt inzwischen geworden war.

Die Herkunft der Teilnehmenden

Um die Entstehung der Akademie zu verstehen, ist ein Blick auf die beiden ursprünglichen Initiativkreise wichtig: die autonome evangelische Student*innengemeinde Marburg und den Mittwoch-Abend-Gesprächskreis in Nordhausen.

Die autonome evangelische Student*innengemeinde Marburg war stark basisdemokratisch geprägt. Nach Konflikten mit der Landeskirche hatte sie sich eigenständig organisiert und eigene Räume angemietet. Entscheidungen wurden in Gemeindeversammlungen getroffen, häufig nach dem Konsensprinzip. Diese Diskussionskultur war für manche ostdeutschen Teilnehmenden zunächst ungewohnt — die „Wessis“ fielen durch ihr langes und zähes Diskutieren auf. Zugleich brachte diese Struktur einen hohen Anspruch an Selbstorganisation, Mitbestimmung und politische Auseinandersetzung mit sich.

Viele westdeutsche Teilnehmende kamen aus friedenspolitischen Arbeitskreisen. Die Beschäftigung mit Frieden, Abrüstung und gesellschaftlicher Verantwortung stellte einfache Feindbilder infrage und weckte Interesse an den Menschen „drüben“. Für viele war die Reise nach Nordhausen der erste Besuch in der DDR.

Auf Nordhäuser Seite bildete der Mittwoch-Abend-Gesprächskreis den organisatorischen Rückhalt. Er war 1985 aus kirchlichen und politischen Zusammenhängen hervorgegangen. Susanne Aechtner, Elke Kramer und Pfarrerin Ursula Böttcher luden damals jüngere Menschen aus evangelischen und katholischen Kontexten in die Altendorfer Kirche ein. Ziel war es, einen Raum für Austausch, Diskussion, eigene Meinungsbildung und politische Information zu schaffen. In der DDR war ein solcher Raum außerhalb des familiären Bereichs besonders wichtig, weil unabhängige Diskussionszusammenhänge nur begrenzt möglich waren.

Der Kreis arbeitete basisdemokratisch. Themen wurden gemeinsam geplant, Verantwortlichkeiten wechselten. Besprochen wurden religiöse, kirchliche, politische und kulturelle Fragen, etwa Theologie, Musik, Friedensfragen, Gottesdienstgestaltung und gesellschaftliche Entwicklungen.

Insgesamt lässt sich der frühe Kreis der Teilnehmenden als gesellschaftskritisch, politisch interessiert und sehr engagiert beschreiben. Auf westlicher Seite nahmen anfangs vor allem Studierende ohne Kinder teil, auf ostdeutscher Seite überwiegend Berufstätige, darunter auch Familien mit Kindern. Mit der Zeit erweiterte sich der Kreis, ein fester Kern entstand, und dennoch blieb das Projekt offen für neue Teilnehmende.

Kinder und Familien als Teil des Bildungsprozesses

Mit der wachsenden Zahl an Kindern im Teilnehmendenkreis veränderte sich auch deren Rolle. Anfangs gab es eher eine Kinderbetreuung, die getrennt vom eigentlichen Seminar stattfand. Nach und nach wurden die Kindergruppen jedoch stärker in die thematische Arbeit einbezogen.

Daraus entwickelte sich ein wichtiges Merkmal der Akademie: Familienseminare, bei denen Kinder nicht nur betreut werden, sondern eigene Zugänge zu komplexen Themen erhalten. Politische Bildung wird dadurch generationenübergreifend gedacht. Erwachsene, Jugendliche und Kinder nehmen auf unterschiedliche Weise am gemeinsamen Lernprozess teil.

Dieser Ansatz prägt die Arbeit der Akademie bis heute.

Die friedliche Revolution und die Zeit nach der Wende

Der Zusammenbruch des realen Sozialismus in der DDR veränderte die Bildungsarbeit grundlegend. Einerseits engagierten sich viele Beteiligte in der Bürgerrechts- und Protestbewegung. Dieses Engagement wurde als historisch bedeutsam erlebt und konkurrierte mit der Mitarbeit im Ost-West-Projekt. Andererseits standen viele Menschen aus der DDR nach 1989 vor einer schwierigen Neuorientierung. Materielle Unsicherheit, berufliche Umbrüche und die Etablierung in einem neuen System banden Kraft und Zeit.

Der Fall der Mauer wurde von vielen Beteiligten als einschneidend erlebt. Die gesellschaftliche Dynamik entwickelte sich jedoch nicht in die Richtung, die in den Seminaren zuvor als gemeinsame Vision diskutiert worden war. Statt eines Lernprozesses auf Gegenseitigkeit erlebten viele die deutsche Vereinigung als eine Form der Vereinnahmung. Erfahrungen, Fähigkeiten und Biografien aus der DDR wurden häufig entwertet. Der Begriff DDR wurde zunehmend vermieden, berufliche Qualifikationen verloren an Anerkennung, Arbeitslosigkeit traf viele Menschen hart — besonders Frauen.

Diese neue Entfremdung zwischen Ost und West wurde zu einem zentralen Motiv, die bisherige Bildungsarbeit zu intensivieren.

Auf dem Weg zur Gründung

Zwei Entwicklungen führten Anfang der 1990er Jahre zu dem Entschluss, die Arbeit in einem Verein zu verstetigen und einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Zum einen trat im Zuge der deutschen Einheit ein gegenseitiges Unverständnis zwischen Ost und West zutage, das viele Beteiligte erschreckte. Zum anderen eskalierten 1992 Rassismus und Fremdenhass in dramatischer Weise. Vor diesem Hintergrund wurde den Beteiligten der Wert ihrer bisherigen Arbeit noch deutlicher: Gleichberechtigte politische Bildung, persönliche Begegnung und kritischer Dialog konnten einen Beitrag leisten, gesellschaftlichen Spaltungen und menschenfeindlichen Entwicklungen entgegenzutreten.

So entstand die Idee, einen stabilen organisatorischen Rahmen für die bildungspolitische und kulturelle Arbeit zu schaffen. Aus dem bisherigen Seminarprojekt sollte eine langfristige Struktur werden, die das Erreichte bewahrt, weiterentwickelt und für breitere Bevölkerungsschichten öffnet.

Die Akademie für Ost-West-Begegnungen e.V. wurde gegründet.

Bis heute ist sie ein ehrenamtlich getragenes Projekt geblieben. Diese Organisationsform entspricht dem basisdemokratischen Anspruch, aus dem die Arbeit hervorgegangen ist.

Die Gründungstagung 1993

Ein zentrales Projekt der Gründungsphase war die Tagung gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, die vom 19. bis 23. Mai 1993 in Niederkaufungen stattfand. Sie wurde anlässlich der Gründung der Akademie für Ost-West-Begegnungen durchgeführt.

Die Tagung wurde von einem Gutachter der Bundeszentrale für politische Bildung besucht. Das Gutachten fiel positiv aus, und die Akademie wurde als offizieller Träger der Erwachsenenbildung anerkannt. Seitdem wurde die Arbeit der Akademie in begrenztem Umfang durch die Bundeszentrale für politische Bildung unterstützt.

Nach der Gründung kamen neben den großen halbjährlichen Seminaren weitere Veranstaltungen hinzu. Trotz wachsender thematischer Vielfalt blieb der Schwerpunkt der Arbeit im Bereich der politischen Bildung.

Finanzierung der Seminararbeit

Bis zur Grenzöffnung wurden die Seminare vom Evangelischen Jugenddienst für Ost-West-Begegnungen über Bundesmittel für „gesamtdeutsche Begegnungen“ unterstützt. Finanziert wurden vor allem Kosten der westdeutschen Teilnehmenden, insbesondere Mindestumtausch und Fahrtkosten. Die Seminare selbst konnten sehr kostengünstig durchgeführt werden, weil kirchliche Räume genutzt, gemeinsam gekocht und in Privatquartieren übernachtet wurde.

Nach der Wende entfielen diese Zuschüsse zunächst. Zwei Seminare mussten vollständig über Teilnahmebeiträge finanziert werden. Das belastete die Teilnehmenden stark, zumal inzwischen häufiger Tagungshäuser genutzt wurden und durch verstreute Wohnorte höhere Fahrtkosten entstanden.

Später konnten über die Bundes-ESG und anschließend über die Bundeszentrale für politische Bildung wieder Zuschüsse eingeworben werden. Dadurch konnten Teilnahmebeiträge gesenkt und Fahrtkosten teilweise bezuschusst werden.

Themen und Arbeitsweise

Die Seminare der ersten Jahre zeigen deutlich, worum es der Akademie ging: gesellschaftlich relevante Themen sollten so bearbeitet werden, dass unterschiedliche Erfahrungen aus Ost und West sichtbar und diskutierbar wurden.

Besonders in den ersten Jahren wurde darauf geachtet, Themen zu wählen, bei denen sich die unterschiedlichen deutsch-deutschen Perspektiven produktiv aufeinander beziehen konnten. Später trat dieses Auswahlkriterium weniger ausdrücklich in den Vordergrund. Dennoch blieb es ein wichtiges Element der Akademiearbeit: persönliche Erfahrungen, politische Prägungen und unterschiedliche gesellschaftliche Hintergründe werden in den Seminaren ernst genommen und miteinander ins Gespräch gebracht.

Die Arbeitsweise ist bis heute geprägt durch Diskussion, Kleingruppenarbeit, gemeinsame Vorbereitung, persönliche Erfahrungsberichte und den Versuch, politische Bildung nicht belehrend, sondern dialogisch zu gestalten.

Zweck des Vereins

Der Vereinszweck wurde bewusst offen formuliert, damit auch zukünftige Arbeitsschwerpunkte Raum finden können. Die Akademie verfolgt gemeinnützige Zwecke im Bereich Erziehung und Bildung, der Förderung von Toleranz und kultureller Vielfalt sowie des Völkerverständigungsgedankens, insbesondere im europäischen Kontext.

Verwirklicht wird dieser Zweck vor allem durch:

  • Seminare zur politischen Bildung, insbesondere auch generationenübergreifende Seminare,
  • Veranstaltungen zu Themen wie Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung,
  • Vorträge und Ausstellungen,
  • sowie die Einbindung und Betreuung von Kindern während der Veranstaltungen.

Die Akademie heute

Aus einem deutsch-deutschen Begegnungsprojekt ist eine Bildungsinitiative entstanden, deren Perspektive sich über die Jahrzehnte erweitert hat. Die ursprüngliche Frage nach Ost und West bleibt Teil der Geschichte der Akademie. Gleichzeitig haben sich neue politische, soziale und ökologische Themenfelder geöffnet.

Heute stehen neben deutscher Geschichte und Fragen der Einheit auch Demokratie, Europa, Flucht und Asyl, Umwelt, Klimawandel, soziale Gerechtigkeit, kulturelle Vielfalt und gesellschaftlicher Zusammenhalt im Mittelpunkt der Arbeit.

Geblieben ist der Grundgedanke: Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen sollen miteinander ins Gespräch kommen, voneinander lernen und gemeinsam politische Fragen bearbeiten. Die Akademie steht für Toleranz, Offenheit und eine politische Bildung, die nicht über Menschen spricht, sondern mit ihnen.

Die Geschichte der Akademie zeigt, wie aus persönlicher Neugier, kritischem Denken und ehrenamtlichem Engagement ein langfristiges Bildungsprojekt entstehen kann — eines, das bis heute vom Dialog lebt.

Aktualisiert am 18. Mai 2026